Mittwoch, 20. November 2013

Río Gallegos-Post

Die windige Stadt Río Gallegos ist auf den ersten Blick ein wenig hässlich. Die Hunde dürfen drausen rumlaufen und wirklich jeder hat mindestens einen Hund! Der Müll ist drausen nicht in Mülleimern sondern so, dass die Hunde drankommen und die Mülltüten zerfetzen..dadurch fliegt wirklich überall Müll rum und es ist sehr schmutzig. Es gibt kaum grüne Flächen und der Wind ist wirklich schrecklich! Es ist nicht nur Eind! Es ist fast schon ein Sturm! Ohne diesen Wind wäre es ab und zu warm! Aber es ist immer dieser Wind da! Dadurch kann man nicht rausgehen und rausgehen um was zu machen erweisst sich eh als schwierig weil es hier keine Kinos oder so gibt. Es gibt zwar Billiard-Bars, aber da sind oft ältere Männer die einen dann ein wenig pervers anschauen.. Ach ja, dass ist noch so ne Sache, nicht nur die Jungs pfeiffen einem Hinterher, auch die alten Männer.

Aber wenn man eine Weile hier lebt sieht man mehr:
Zum Beispiel, der Fluss, an dem man sich zum Mate trinken trifft wenn das Wetter schön ist oder Río Gallegos bei Nacht. Bei Nacht ist es Wunderschön, wenn die Sonne untergeht färbt sich der Himmel von Rosa bis zu Deunkelrot und dann sieht man alle Sterne. Wenn man ausserhalb der Stadt war und Nachts auf die Stadt zufährt sieht es aus als würde der Horizont brennen von den ganzen Lichtern! Und weil man kaum was unternehmen kann trifft man sich am Wochenende einem Haus trinkt und isst was und tanzt und redet bis um 6-8 Uhr morgens oder geht zusammen in einen Club tanzen wo man aber auch fr¨hstens um 14 Uhr geht und erst gegen 6 Uhr nach Hause kommt. die Leute sind hier so unheimlich sympathisch, man kann mit jedem reden und alle sind viel persönlicher. Wenn du zum Beispiel was kaufen willst, dann musst du fragen ob du es anprobieren kannst, dabei wird dann auch mal ein Gespräche angefangen. Es gibt einfach keine Geschäfte wie H&M oder Zara. Es sind kleine einzelne Geschäfte und es wird viel Fake-Marken-Klamotten verkauft. Aber mir gefallen diese Geschäfte meh rund die Kleidung ist auch schöner.

Leute, schaut hinter die Kulissen und lasst euch nicht von dem was ihr seht täuschen...

Montag, 4. November 2013

Familien-Post

Ich bin furchtbar glücklich in meiner Familie!
Wir haben ein wirklich kleines Haus:
  • Schlafzimmer für mich und meine Schwester
  • eines für meine Brüder
  • und eines für meine Mutter
  • ein Bad
  • ein etwas grösserer Raum für Küche und Wohnzimmer zusammen
Alle meine Freunde vom Austausch haben viel grössere Wohnungen und auch schöner Eingerichtet, aber mir ist es so scheiss (entschuldigt dieses unedele Wort) egal.
Ich liebe diese Familie und würde um keinen Preis der Welt tauschen! 
Mit meiner Gastschwester kann ich super reden und ihr vertraue ich auch, denn die Meisten hier sind sehr falsch und erzählen vieles rum, auch wenn es nur gelogen ist.
Mit meinem kleinem Gastbruder kann ich Unsinn machen, obwohl er mich am Anfang wie eine Auserirdische angeschaut hat und mit meinem 14-Jährigen Gastbruder komme ich super klar. Am Anfang haben wir uns öfters mit einer Freundin zusammen getroffen.
Und mit meiner Mutter kann ich über alles reden, ausserdem darf ich alles machen was meine Schwester auch darf. Meine argentinische Familie behandelt mich wie ihr eigenes Kind! <3

Sie kann meine echte Familie nicht ersetzen, aber für ein Jahr ist das hier mein Zuhause und ich fühle mich wie Zuhause. Das wünsche ich einfach allen die ins Ausland gehen wollen/werden/sind.
Für euer Glück weit weg von Zuhause ist euere Gastfamilie das wichtigste! Wenn ihr euch dort nicht wohl fühlt, dann werdet ihr euch wenig trauen zu reden und ungern nach Hause kommen.

Noch eine kleine grosse Anmerkung:
Heute hat meine Gastmutter, Vivi, Geburtstag! Feliz Cumple! :) Junge 34 Jahre alt und schon 3 Bluts- und ein Herzenskind! <3 Tja, so läuft es hier, zwischen 14 und 18 das erste Kind. 
Sie wirde das hier zwar nie sehen bzw. verstehen, aber das ist mir wichtig. 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Facebook-Post

So, jetzt ist er aus. Mein Facebookchat.
Ich habe sogar für einen Momet mit dem Gedanken gespielt mich ganz aus Facebook zu löschen, aber das habe ich dann doch nicht übers Herz gebracht. Also habe ich erst einmal den Chat deaktiviert.

Es ist wirklich schlimm. 
Kaum ist man im Ausland wird man für alle möglichen Leute interessant, nicht nur für Leute die man zwar kennt aber kaum was zu tun hat im Heimatsland, sondern auch für Leute die man gar nicht kennt und noch nie von ihnen gehört hat im aktuellen Wohnort.

Wenn ich Facebook öffne, habe ich ungelogen mindestens 5 Nachrichen, etwa 3 von Zuhause (aber immer von meinen liebsten 2 Personen) und 2 von Leuten aus Río Gallegos.
Und wenn ich allen Nachrichten gerade antworte und einer von denen, die mir geschrieben haben, online ist, kommen immer gleich Nachrichten warum ich nicht zurück schreibe. 
Warum wohl? Weil ich keinen 5 Texten gleichzeitig antworten kann. Ich bin doch auch nur ein Mensch!

Ich habe es satt angemacht zu werden weil ich schnell off muss. Wir haben hier nur einen Computer für 5 Leute und oft kommt sogar Familie vorbei um ihn kurz zu benutzen, ausserdem habe ich hier auch noch sowas wie ein Leben! Und ich will ja mit meiner Familie und meinen Freunden schreiben, aber es macht es doch allen schwerer und ich habe auch nicht immer unendlich viel Zeit.
Das bedeutet keinesfalls, dass ich meine Familie, meinen Freund und meine Freunde nicht über alles liebe...
aber das muss aufhören.

Mein Bruder und eine Freundin haben mir gesagt, dass ich im hier und jetzt leben und egoistisch sein soll.
Langsam merke ich wie recht sie haben. Das wird mein Jahr und dafür muss ich mich von ihnen lösen und einmal meinen eigenen Weg gehen. Hier kann niemand ausser mir bestimmen und das sollte ich auch nutzen.

Ich kann jetzt nicht mehr den halben Tag vorm Computer sitzen. Ich habe nur noch ca. 9 Monate und die will ich nutzen.

An dieser Stelle will ich mich noch bei meinen Freunden bedanken, dass sie tatsächlich versuchen mir nicht zu viel zu schreiben. Sie haben genau den richtigen Ausgleich gefunden und warten meist darauf bis ich ihnen schreibe. Ich habe einfach die besten Freunde auf der Welt! Ich hab euch so sehr lieb! <3

Jetzt tue ich das was andere Awayees auch machen. Ich schreibe nur noch wenn ich Zeit und Nerven dafür habe. Der Gedanke fühlt sich befreiend an..aber ich glaube auch, dass es schwer durchzusetzen wird. Denn natürlich will ich schon mit meiner Familie, meinen Freunden und meinem Freund schreiben...aber ich brauche mehr Zeit und es ist wirklich oft ziemlich belastend... :/

Montag, 23. September 2013

Bilder-Post

Da ich im Moment nicht wirklich die Möglichkeit hab was großes zu posten, dachte ich, ich poste ein paar Fotos und erzähl euch was dazu. 😊


Ich hatte leider direkt am Tag nach meiner Ankunft Geburtstag. Das ist doof weil die Familie dich noch gar nicht kennt und du noch keine Freunde hast. Trotzdem wurde der Tag ganz schön, meine Familie war da und mein Betreuer, der perfekt Deutsch spricht, und die besten Freundinnen meiner Gastschwester. Der Kuchen oben ist von meinem Gastvater "selbst gemacht" aber wir alle wissen, dass er gekauft ist. Es ist zu erwähnen das meine Gastmutter von ihm geschieden ist.)


Das ist die wirklich selbst gemachte Torte meiner Oma mit meinem neusten Lieblingsgericht Dulce de Leche:


Den Tag darauf, ein Montag, musste ich das erste Mal in die Schule. Diese fängt für mich erst um 13:30 Uhr an und Dienstag (8:30 Uhr) und Donnerstag (9:30 Uhr) hab ich immer noch Volleyball (ich konnte zwischen Volleyball und Handball wählen und da mir beides nicht liegt bin ich eben mit meiner Gastschwester mit 😋 ). 


Alle hingen an der Scheibe zu meinem Klassenzimmer und schauten mich an, wenn ich an ihnen vorbeilief Grüßten sie mich oder lächelten mich an, doch reden taten nur die wenigsten mit mir.
In dieser Woche hatte ich nur noch einen weiteren Tag Schule, was dazu führte, dass mir unheimlich langweilig wurde.😴
In meiner Klasse dachten die Meisten, dass ich nix versteh, was auch oft (bis auf den Satz "Die versteht doch eh nichts!") der Fall war, weil sie so schnell und undeutlich drauf los plapperten.
Jetzt nach einem Monat versteh ich so viel mehr, aber die Jungs haben immer noch nicht verstanden, dass ich hier bin um Spanisch zu lernen und nur ein Mensch bin
Ein Problem mit der Sprache war auch, dass sie einfach ganz andere Wörter benutzen und die Aussprache unterschiedlich ist! 
Dazu mache ich auch noch nen Blogeintrag. 🔜

Naja, wie schon gesagt, ich wurde auch viel gefragt (Die meisten Fragen bestanden daraus ob ich rauche oder trinke oder nen Freund habe. Sie Rauchen hier schon oft ab 13! Und an Alkohol kommt man wohl genauso leicht wie an Zigaretten obwohl beides erst ab 18 erlaubt ist!), aber treffen wollte sich niemand mit mir. 😢

Auf Facebook hatte sich auch viel getan: jeden Tag bekam und bekomme ich immer noch Freundschaftsanfragen, die ich inzwischen alle annehme weil ich eh kaum Namen kenne, weil es einfach zu viele sind. Und von Nachrichten, egal ob aus Deutschland, selbst von Leuten von denen ich nie erwartet hätte etwas zu hören, und von irgendwelchen Leuten aus meiner Stadt, die ich gar nicht kenne, werde ich überhäuft.

So richtig ausschlaggebend für erste Treffen war für mich die Wahl der Königin meiner Schule. Das ist so eine Art Misswahl, von der die gewählte Königin der Schule zur Wahl der Stadt, dann zur Provinz und dann zur Wahl des Landes kommt. 



Meine Gastschwester wurde Königin meiner Schule und Miss Elegancia meiner Stadt! (Es gibt noch so ne Art Trostplätze: erste und zweite Prinzessin, Miss Elegancia und Miss Symphatica.)

Seit diesem Event hat sich viel bei mir getan, aber davon erzähl ich euch ein anderes Mal. 😘

Dienstag, 10. September 2013

1. Heimweh-Post

Ich bin hier bald schon einen Monat! 
Und erst jetzt, jetzt wo ich langsam Freunde finde,
mich daheim wohler fühle  und mich ein wenig in der Stadt zurecht finde,
 bekomme ich richtig Heimweh.

Wenn die Leute hier Fotos von mir mit meiner Familie, meinen Freunden,
meinem Freund und meiner  Umgebung sehen, sagen sie es sähe alles aus wie aus einem Film.

Un wahrscheinlich haben sie recht:
Ich habe ein wundervolles, filmreiches Lebne zu Hause; das andere zu Hause in Deutschland.
Ich muss mich um kaum was kümmern;
meine Mutter kocht verdammt gut;
wir haben ein wunderschönes Haus;
ich habe zwar nicht Mengen an Freunde, aber dafür echte
und mein Freund ist einfach wundervoll und wartet auf Jahr für mich;
alles ist schoen grün und sauber
und man tritt nicht jeden Tag in Hundescheisse:
mir fehlt es an nichts!

Jetzt fragt man sich natürlich wieso ich dann gegangen bin? War mir das nicht genug?
Das liegt daran, dass ich das Abenteuer liebe.
Ich will die Welt kennenlernen und von ihr lernen.
Ich will mehr interessante Menschen kennenlernen und das Schöne an hässlichen Orten entdecken.
Ich will Sprachen lernen und mich verständigen können.

Doch es ist schwer sich ein "neues Leben" aufzubauen ohne die Leute hier zu kennen.
Man sucht sich schnell die Falschen aus und könnte so in Schwierigkeiten geraten.
Dann denke ich an die geliebten Menschen die ich schon kenne,
manche in und auswendig, und frage mich wieso ich sie zurück lasse mit der Gefahr sie vielleicht zu verlieren.

Heimweh tut schrecklich weh.
Wenn ich an zu Hause denke treibt es mir die Tänen in die Augen
und doch habe ich niemanden an den ich mich kuscheln kann,
der mich tröstet und niemand der meine Mutter in dem Moment ersetzen kann.
Ich bin immer noch eine Fremde.
Obwohl mich alle kennen, nennen sie mich nur "Alemana".

Noch so viel Zeit bis ich mich nicht mehr wie ein Kind und ein Eindringling fühle .
Aber ich sehe vorwärts, mit ein paar Blicken zurück (jeden Abend im Bett in mein wundervolles Abschiedsbuch und auf Fotos) auf alte Zeiten und dann wieder in die Zukunft auf neue Zeiten hier und die neue in 10 Monaten mit meinen Freunden, meiner Familie und meinem Freund. <3

Denkt jetzt auf gar keinen Fall, dass es mit hier schlecht ginge!
Es geht mit super! Ich habe endlich Freunde und treffe mich oft mit ihnen.
Alle sind total lieb mit mir und mit der Sprache geht es super schnell voran! 
Ich langweile mich keineswegs mehr, was ich von den ersten 2 Wochen ja nicht gerade behaupten konnte, aber jetzt nicht mehr! :D

Ich glaube einfach, dass Austauschschüler, solange es ihnen gut geht, es so weit es geht geniesen und wenn es ihnen mal schlechter geht sich ausheulen...
Das heisst dann aber nicht,dass es ihnen ständig schlecht geht 
und auch erst recht nicht dass sie ihre Entscheidung bereuen!

Donnerstag, 22. August 2013

Ich-bin-dann-mal-weg-Post

Heute um 22 Uhr fliege ich ab!! Die Koffer sind gepackt und ich bin startbereit! :)
Argentinien ich komme!!!!! <3


Sonntag, 18. August 2013

Visum-Post

Letztem Dienstag war mein Visumstermin fällig und dazu fuhren meine Eltern und ich Stunden mit dem Auto nach Frankfut.
Als ich die verblassten Farben der argentinischen Flagge entdeckte, wusste ich dass wir an unserem Ziel angekommen waren: das argentinische Konsulat.

Finde die Flagge :D





Drinnen am Empfang wurden wir ins Wartezimmer gebeten wo schon viele Leute saßen die alle spanisch Sprachen. Nach einiger Zeit giengen diese und wir waren alleine mit einem Argentinier der uns von seinem Land und Leben erzählte und einem Mädchen mit ihrem Vater die auch mit AFS nach Argentinien fliegen wird.

Tango tanzende Männer im Wartezimmer :)

Als wir endlich in ein Zimmer gebeten wurden wo meine Eltern eine Reiseerlaubnis für mich für ein Jahr unterschrieben und nochirgenwas was ich vergessen habe :D , viel mir ein großer Schrank mit vielen Büchern auf. Wie sich später herausstellte, war dass, das Gesetz meines Gastlandes!
Ich hatte schon ganz schön Respekt davor.
Es ist schon komisch wie patriotisch man für ein Land, das man noch nicht einmal kennt, werden kann... :p

Ganz schön viele Bücher o:

Danach mussten wir fast 3 Stunden auf den Konsul warten.
Als ich dann endlich zu ihm gebeten wurde war ich ziemlich aufgeregt, weil ich keine Ahnung hatte was nun passieren würde.

Als erstes fragte er mich ob ich Spanisch oder Englisch sprechen würde und wie sich herausstellte war dies, außer "Guten Tag" und "Tschüss", das Einzigste was er auf Deutsch sagen konnte. Ich antwortete ihm auf Spanisch: "Hablo un poco español, pero mejor el inglés.".
Und dann fängt der doch tatsächlich an mich auf Spanisch nach meiner Gastfamilie, meine Gaststadt und Schule zu fragen!
Und das Beste ist, dass ich alles verstanden hab und antworten konnte!
Ich war vielleicht stolz auf mich. :D

Fünf Minuten später kam ein Angestellter des Konsulates mit meinem Pass in dem mein Visum unterschrieben war in das Wartezimmer und da hatte ich es:
mein Visum!!